Wie läuft die Schule denn so?

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Ja…..wie läuft es denn in der Schule so mit dem Großen?

Das ist eine sehr gute Frage. Tatsächlich ist es sehr mühlseelig.

Endlich auf das Gymnasium geschafft, hat es den Anschein, als ob er sich auf dieser Tatsache ausruhen würde. Im ersten Jahr auf dem Gymnasium hatten wir ja schon Probleme durch die Suche nach einer passenden Medikation, damit er sich besser konzentrieren kann. Dieses schlug aber leider fehl und wir verabschiedeten uns von dieser Option. Ich berichtete in der Reihe Autismus, Schule und Medikamente darüber.

Also stehen wir jetzt ohne Medikamente da, aber mit einem Nachteilsausgleich. Der schützt ihn allerdings vor mangelnder Mitarbeit auch nicht.

Denn da der Große nun endlich Anschluss an seine Mitschüler gefunden hat, kostet er das in vollen Zügen aus. Es wird im Unterricht gequatscht, nicht zugehört und die Hausaufgaben werden in der Regel nicht gemacht.

Natürlich hatte ich wieder Gespräche mit sämtlichen Lehrern wegen Hausaufgaben, Nacharbeiten und dann noch der Klopper: Der Junge war noch nie im Musikunterricht und in Sport wurde er auch vermisst.

Jaaaaaaa, schön…..

Muddi versucht nun also wieder alles zu richten. Emails wurden ausgetauscht, Telefonate geführt und zum Großteil ein Austausch der zu bearbeitenen Aufgaben. Der Musiklehrer bot sogar an, dass der Große auf ihn vorm Lehrerzimmer warten könne und sie gemeinsam zum Unterricht gehen.

Sehr nett, hat nur nicht geklappt. Also gab es mehrere Gespräch mit dem Großen.

Anstregend, aber im Bezug auf den Musikunterricht kam heraus, dass er wie schon bekannt, nicht nur die wechselnden Räume nicht fand, sondern auch das er nicht wusste, wie der Lehrer aussieht und das Klassenkameraden erzählten, dass der Lehrer furchtbar miesepeterig und gemein wäre.

Nachdem ich ihm nochmals erklärte, dass er seiner geliebten Klasse Ade sagen kann, wenn er nicht im Unterricht erscheint und seine Aufgaben nicht macht, nahm er letzte Woche all seinen Mut zusammen. Er ging in die Pausenecke der Jungs aus seiner Klasse und fragte wer in dem Musikkurs ist und wo der heutige Raum zu finden sei.

Wow! Da war ich wirklich baff und total stolz, dass er sich wirklich getraut hat. Zu seiner Überraschung meldete sich auch noch ein Junge zu Wort, mit dem er eigendlich immer Schwierigkeiten hatte. Dieser bot ihm sogar an mit ihm gemeinsam in den Unterricht zu gehen. Wow! Ist das nicht toll?!

Ich glaube wirklich, dass die Kids es positiv aufnehmen würden, wenn sie von seinen Problemen wüssten. Denn sie scheinen doch netter zu sein, als er dachte. Zudem muss man sagen, dass sie bei den Sonderbehandlungen eh schon merken, dass etwas anders ist beim Großen.

Das Gespräch beim Psychologen hatten wir nun auch. Wir müssen nochmal zwei Tests wiederholen für den Antrag für einen Schulbegleiter. Den möchte der Große eigendlich nicht, aber wenn er nicht nachweisen kann, dass er die Räume findet und seine Aufgaben macht, wird es keine andere Option geben. Denn er möchte ja auf dem Gymnasium und in seiner Klasse bleiben. Doch von dem Termin berichte ich euch das nächste Mal.

Ach ja, und wisst ihr was? Der Große kam total überrascht aus dem Musikunterricht wieder. Der Lehrer war gar nicht miesepeterig und gemein. Nein, er hat Scherze gemacht und gelacht.

“Siehst du, man muss sich immer seine eigene Meinung bilden und nicht nur auf das Geschwätz anderer Leute hören.”, gab ich dem Großen mit auf dem Weg, als er mir von seiner Erfahrung erzählte.

So mit kann ich hoffentlich sicher sein, dass er weiterhin an Musik teilnehmen wird.

Jetzt haben wir nur noch die Probleme Hausaufgaben, Mitarbeit und Konzentration.

Für die Konzentration nimmt er sich jetzt immer Dextroenergie mit Magnesium in der Schule. Das hatte er schon einmal ausprobiert und laut eigener Aussage funktionierte es auch gut. Allerdings sollte er es mit den Medikamenten nicht einnehmen und ich war von der Wirkung auch nicht überzeugt. Doch durch andere Mütter nochmal auf das Thema gestupst, probier ich es jetzt nochmal aus mit ihm. Er sagt, dass es funktioniert. Noch bin ich skeptisch, aber selbst wenn es nur ein Placeboeffekt sein sollte, haben wir ja gewonnen. So teuer ist das ja auch nicht, also machen wir es eben so. Habt ihr das schon einmal ausprobiert?

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Das Titelbild wurde von StockSnap auf Pixabay  zur Verfügung gestellt.

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