Weihnachtszeit – Krisenzeit

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Weihnachten. Die liebevollste, ruhigste, besinnlichste Zeit des Jahres.

Denkste Puppe!

Das ist die schlimmste Zeit für Eltern mit autistischen Kindern.

Klar es ist schön, man versucht Struktur zu wahren, bringt aber Glanz mit rein.

Nun, man versucht es.

Schon alleine das Schmücken des Hauses wird für viele betroffene Eltern ein Spießrutenlauf. Während das eine Kind damit durchaus leben kann und von den schönen Lichtern quasi besessen ist, flippt das andere Kind aus. Zu viel Veränderung. Das Haus sieht nicht mehr aus wie sonst.

Was nun? Gute Frage. Da steckt der Teufel im Detail. Am sinnvollsten ist es das Kind vorzubereiten. Ihm zu erklären, dass es Brauch ist das Haus zu schmücken. Es fragen, wie es dekorieren möchte. Es mit einbeziehen und auch selbst schmücken lassen. Zum Großteil funktioniert diese Herangehensweise, aber leider nicht immer. Sollte sich ihr Kind überhaupt nicht damit abfinden können, dann lassen sie es lieber. Es bringt ihnen allen nur unnötigen Stress. Doch vielleicht kann man sich ja auf eine Kerze einigen, vielleicht auf eine Figur dazu und das über die Jahre ausbauen. Vielleicht hilft es auch, wenn sie sich im Gartencenter oder Baumarkt einen Aufbau eines Weihnachtsdorfes ansehen. Diese strahlen oft eine gewisse “Magie” aus.

Dann ist da die Sache mit der Vorfreude auf die Geschenke. Nikolaus und Heiligabend. Hmmm…wir kennen es. Gefühlt minütlich wird gefragt, wie lange es denn noch bis dahin dauert. Es ist nicht nur nervenzerend für das Kind, sondern auch für die Eltern.

Deswegen fing ich irgendwann an und habe einen Adventskalender selber befüllt. Nicht nur mit Süßigkeiten, sondern mit vielen kleinen Geschenken. Wo der Große kleiner war, gab es alle 2 Tage ein Geschenk. Mit zunehmenden Alter vergrößerte ich die Abstände. Nun ist er 13 und freut sich am meisten über Schokolade.

Diese Taktik nahm den Stress ungemein raus, weil er ja wusste, dass er schon etwas bekommen würde.

Kostspielig meinen Sie? Jein.

Ich habe über das Jahr gesammelt. Oft haben Onlinehändler Spielzeugzugaben mit im Angebot, z.B. kleine Lego- oder Playmobiltüten. Auf Ebay habe ich die Lieblings-CDs ersteigert, so um die 1-3€ und von Playmobil gab es eine zeitlang im Geschäft diese kleinen Überraschungstüten. Sie sehen also, über das Jahr verteilt, lässt sich das realisieren.

Für Geschenke die nicht in die Tütchen passten, habe ich Gutscheine gebastelt, welche man bei mir einlöst für ein Geschenk. Da habe ich dann einen Karton mit verschiedenen Geschenken drin und das Kind darf sich eines herausziehen.

Schauen Sie, dass sie bereits einige Zeit vorher alles organisieren. Weihnachtsschmuck kontrollieren, ob alles heile und funktionstüchtig ist. Hausputz vorher abschließen. Kekse backen, am besten zu Beginn der Adventszeit und den Baum auch früh genug organisieren.

Wir machen das immer 2-3 Wochen vorher und stellen in an Heiligabend morgens auf. Geshmückt wird er gemeinsam. Dieser Tag ist für mich am brisantesten, weil das der Tag ist, an dem es bei meinem Mann eskalieren kann.

Wieso das so ist, ist schwierig zu sagen. Für ihn ist es Stress und es war für ihn immer die schönste Zeit mit dem Papa zusammen. Leider ist der Vater bereits verstorben und besonders an diesen Tag vermisst mein Mann ihn sehr. Dadurch sind schon so einige Fest dahin gewesen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen den ein oder anderen Tip mit auf den Weg geben und wünsche Ihnen und Ihrer Familie besinnliche Feiertage.

 

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Das Beitragsbild wurde von Gerd Altmann auf Pixabay zur Verfügung gestellt.

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