Die Sache mit dem Kindergartenplatz, Teil 2

So, nun hatte ich mein erstes Vorstellungsgespräch für einen Kindergartenplatz in dem Kindergarten, wo mein Großer war und wir eigendlich nicht mehr hin wollten.

Ich hatte mich ja schon 2018 bei einem Kindergarten angemeldet, es war alles quasi schon in trockenen Tüchern (rw) und nun alles hinfällig, weil man sich wohl nur noch über ein Portal anmeldet. Ich berichtete hier.

Diese Information, dass man sich nur noch über das Online-Portal anmeldet, hörte sich aber eben bei dem anderen Kindergarten etwas anders an. Nämlich so, als ob das nicht grundsätzlich so gemacht werden muss.

Jedenfalls fuhren wir dahin. Meine Kinder und ich, alle noch in den Nachwehen der letzten Nacht, da der Große die Nacht wieder nicht schlafen konnte und der Kleine Zähnchen hatte. Den Großen habe ich aber lieber draußen gelassen im Auto, was er nochmal für ein Nickerchen ausnutze.

Der Kleine wollte erst nicht mit und schon gar nicht ohne Nuckel. Den hatte ich zur Sicherheit im Auto gelassen, um mir eventuelle Sprüche ala “Der spricht noch nicht, weil er noch einen Nuckel hat.” zu ersparen.
Also habe ich ihn den halben Weg hingetragen…schreiend, weinend, tobend…yeah!

Drinnen war er dann friedlicher – “Hey Kinder….spielen!”
Nix da, durfte er nicht, also war das auch blöd. Dann erstmal Sachen untersuchen, die er nicht anfassen sollte. Die neue Leiterin des Kindergartens schien schon dem Herzinfarkt nahe.
Währenddessen redete ich mit der Dame. “Ja, den Kindergarten kenne ich, wir waren 2010 schon hier. Nein, ich möchte nicht Ganztags, halber Tag reicht.”

“Was arbeiten sie?”, fragte sie mich mit als erstes.
“Ich arbeite gerade nicht”, antwortete ich, unwissend, dass ich das weiter hätte ausführen müssen.
“Naja, also wenn das wieder gewechselt werden sollte, mit der Bezahlung des Platzes, müssen die Eltern für den Kindergartenplatz selber bezahlen, kostet 300€/Monat”, sprachs und schaute mich nach dem Motto an “überlegen sie es sich vorher, ob sie das überhaupt bezahlen können.”

What?! Was denkt die denn gerade?

Also erzählte ich ihr: “Mein Mann arbeitet, ich bin quasi in Elternzeit und möchte dann Teilzeit arbeiten.”

Ok. Dann fragt sie: “Spricht er?” (Ich sag nur Nuckel, weise Voraussicht)
Ich antwortet: “Nein, noch nicht.”
“Ja, also für solche Kinder haben wir eine extra Gruppe. Was sagen denn die Ärzte?” fragte sie weiter.
Puh, war ja klar, dass das kommt. Also erkläre ich ihr: “Er ist als Latetalker eingestuft. Ich war beim Pädaudiologen. Es ist  also noch alles im grünen Bereich.” Ihr Gesicht hellte sich etwas auf…erleichteter.

Wie alt er wäre…
“Ja, 2, wie angegeben,”
entfuhr es mir.
“Aber er wird doch 3?” fragte sie mit einen leicht verwirrten Gesichtsausdruck.
“Ja, im Juni,” antwortete ich skeptisch…was kommt nun wieder?
“Ich sehe da Probleme auf ihn zukommen. Er ist ja schon sehr groß für sein Alter. Man wird von ihm mehr erwarten als er kann,” holte sie aus.
What?! Wasn jetzt kaputt? Soll ich ihm die Beine abschneiden? – Fassungslos schaute ich sie an. Was sollte ich bitte darauf antworten???

“Zum Glück” fuhr sie fort mir zu erzählen, dass es keine Halbtagsplätze mehr gibt, nur noch Ganztags. Aber man könnte das Kind früher abholen. Allerdings dürfen die Plätze erst nur an Leute vergeben werden, wo beide Vollzeit arbeiten, etc. Wiedersprüchliche Aussagen folgten.

Ich hab besser nicht gesagt, dass der Große Autist ist und ich daher nur Teilzeit arbeiten gehen kann. Denn wer weiß, was sie mir dann erzählt hätte und ob sie den Kleinen nicht auch gleich als Autist eingestuft hätte.

Sie wollte mir dann noch die Gruppe zeigen, die nur Jahresverträge bekam. Aber da ich den Raum kannte, habe ich darauf verzichtet und wahrscheinlich sehr unfreundlich von mir gesagt, das wir damit nicht unsere Zeit verschwenden müssten.

Ich war schon wieder bedient und ärgerte mich überhaupt dahin gegangen zu sein.

Also, ich denke nicht, das wir in unseren Da-wollen-wir-eigentlich-nicht-mehr-hin-Kindergarten einen Platz bekommen werden.

Beim Gehen gab es auch nochmal großes Theater. Heulen, hinwerfen, in die andere Richtung laufen. Draußen dann auch weg gelaufen und fein auf die Straße, natürlich mussten das alle sehen. Dabei ordentlich eine Gesichtsbremse hingelegt und dann war es vorbei. Ich musste den großen Zwerg bis zum Auto schleppen. Hallo Schultern!
In einem Transporter saßen auch noch Bauarbeiter, wo ich durch die Haltung des Handys zudem noch den Eindruck hatte, dass das Spektakel gefilmt wurde. Kann ich mir aber auch nur eingebildet haben.

Jetzt habe ich zeitnah einen Termin zur Vorstellung in einem anderen Kindergarten. Nur fürchte ich, dass es bei dem dann auch nicht anders sein wird. Drückt mir die Daumen.

Das Beitragsbild wurde von Erich Westendarp auf Pixabay zur Verfügung gestellt.

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