Das “Outing” vor der Klasse Teil 2

Hallo ihr Lieben!

Tatsächlich hatten sich die Lehrerinnen zeitnah zurückgemeldet und schon zwei Tage später sollte alles richtig gestellt werden. Ich berichtete hier: Teil 1

Die Klasse hatte noch eine Menge Fragen. Zwei Kinder waren der Meinung, dass es sich um Tourette handele und blieben auch weiterhin bei dieser Meinung.

Die Deutschlehrerin und der Große…ja, er blieb diesmal sogar in der Klasse….beantworteten die Fragen so gut wie möglich. Es waren ehrlich interessierte Fragen fragen und das Feedback war sehr positiv.

Seitdem alle Fragen geklärt werden konnten, kümmern sich seine Mitschüler mehr um den Großen. Es wird darauf geachtet, dass er mit in die Kurse kommt und nicht verloren geht und sie fragen auch nach, ob er was braucht und alles verstanden hat.

Es wurde sogar überlegt, wie man den Druck im Unterricht rauslassen kann, ohne den Raum unbedingt verlassen zu müssen. Sie wollen nun eine Ruheecke einrichten. Doch nicht nur für den Großen, denn es geht auch anderen Schülern ähnlich. Auch ihnen wird es manchmal zu viel. Daher verstanden die Kinder diese Problem des Großen sehr gut.

Durch dieses positive Feedback sind bei ihm nun auch die Hemmungen weiter abgebaut worden und er traute sich öfter im Unterricht mitzumachen. Einige Schüler erstaunte das sehr, denn sie nahmen ihn wohl eher als Dekorationsgegenstand wahr. Wenn nicht sogar als Person, die vom Wissensstand eigentlich nichts bei ihnen zu suchen hat.

Der Kontakt zu den Schülern ist jedenfalls enger geworden und auch die Mädchen reden mit ihm.

Mein Großer wählte auch selbstständig eine AG aus, ohne das einer seiner Freunde ebenfalls in diese AG gingen. Das beeindruckt mich sehr.

Er wählte die AG Parkour. Beim ersten Termin gab es zwar Probleme, da ein Mitschüler in der AG war, der mit dem Großen nicht klar kam. Doch er konnte sich gut zur Wehr setzen und ein unbekannter Mitschüler aus der AG kam ihm sogar zu Hilfe. Dieses Aktion stärkte sein Selbstbewusstsein noch mehr und es kommt auch nicht mehr zu Reibereien mit dem Schüler aus seiner Klasse. Wir nehmen an, dass der Junge Angst hatte verpetzt zu werden. Denn er ist eher unsportlich und macht bei der AG nicht mit, er ist nur anwesend. Doch mein Großer ist ja keine Petze und sagte daher nichts zu seinen Mitschülern. Sein Gesicht bleibt also gewahrt.

Schade, dass uns die Sache mit der Pandemie nun ein Strich durch diesen Neuanfang macht. Ich hoffe, dass es trotzdem weiterhin in den Köpfen bleibt und daran angeknüpft wird, wenn es weitergeht.

Ich hoffe, dass bei euch allen die Dinge gut laufen. Ich wünsche es euch jedenfalls.

3 Kommentare

  1. Oh ja schade, dass Corona nun dazuwischen kam! Das klingt ja alles viel viel besser als noch im Teil 1! Ich wünsche deinem Großen, dass er danach genauso unterstützt wird, wie es begonnen hat!

    Liebe Grüße
    Jana

    • Danke, dass hoffe ich sehr. Online ist ja Kontakt da und ich denke, das klappt ganz gut. Zumindest gab es bisher keine Beschwerden.
      Ja, du hattest ja schon zu Teil 1 etwas geschrieben und ich hätte gerne darauf geantwortet, doch hätte ich das dann dem nächsten Beitrag vorweg genommen. 🙂
      Liebe Grüße vom Schokodil

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