Der vierte Termin zur Testung

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Hallo ihr Lieben!

Heute waren wir total unvorbereitet in die Testung gerutscht.

Unvorbereitet, weil sie zwar das letzte Mal sagte, dass sie ihn nochmal versuchen wolle aus der Reserve zu locken (rw), aber nicht wie.

Ich bin davon ausgegangen, dass sie ihn während des Spielens “ärgern” wollen würde, um zu sehen, wie er darauf reagiert….gut, das war der Plan…nur war ich auf das was kam nicht vorbereitet.

Die Kinder- und Jugendpsychiaterin fragte mich, ob ich Wechselkleidung mit hätte. Sie wolle ihn testen, während sie mit ihm mit Wasser spielt, weil sich dort oft typische Anzeichen für eine Autismus Spektrum Störung zeigen würden.

Tja, was soll ich sagen….normalerweise habe ich immer Wechselkleidung mit…doch nie brauchte ich sie und habe so den Großteil der Kleidung ausgerechnet heute gegen Essen getauscht. Nur Äpfel und Brot konnte er ja schlecht anziehen, wenn seine Sachen nass sind.

Ich hatte eine Hose und Socken dabei, sowie mehrere Windeln.

Hm..ok…es war sehr warm in dem Raum. Also Sachen aus. Die Windel konnte ruhig nass werden, davon hatte ich genug.

Die Dame stellte 2 Schalen auf, brachte einen Becher und einen Seifenspender ins Spiel und holte aus dem Schrank im Zimmer buntes Krepppapier.

Eine der Schalen befüllte sie mit Wasser, pumpte viel Seife hinein und nahm ein urzeitliches Handrührgerät um damit Schaum zu fabrizieren. Das fand der Kleine ganz toll und fummelte gleich im Schaum herum. Ich hingegen äußerte meine Sorge, dass er versuchen könnte das Wasser oder die Blasen zu trinken, denn diese Anwandlungen hatte er manchmal.

Der Kleine stellte sich auch ohne Probleme in die Schale und während er dort drin stand, legte sie das Krepp hinein und rührte um. Das Wasser verfärbte sich. Doch dem Kleinen war das egal. Allerdings störte ihn das nasse Papier an den Füßen. Das mochte er nicht gerne, vom Krepp zum färben verlangte er aber mehr. Er schöpfte das Wasser hin und her zwischen den beiden Schalen. Als das Papier aufgebraucht war, versuchte er sogar die KJP zum Schrank zu schicken, um neues Papier zu holen. Er stellte sich auch diese Tritthocker, die man aus dem Bad fürs Waschbecken kennt überall auf und turnte darauf herum. Dann kam, was kommen musste…ich sah es kommen…er sprang von einen Tritt in eine Schale. Auch wenn ich es kommen sah, konnte ich nicht schnell genug reagieren. Er sprang, die Schale rutschte weg und er landete unsanft auf dem Po.
Natürlich hielt ihn das nicht davon ab, es nochmal  zu versuchen.

Aber er half der KJP das Wasser mit aufzuwischen und das Papier in den Müll zu werfen.

Auch hierbei testete sie wieder, ob er Farben erkennt. Die Farbe im Wasser hatte den Sinn, dass sie schauen wollte, wie er auf diese Veränderung reagierte.  Ebenso, ob er Probleme damit hat das Wasser zu berühren und sich dreckig bzw evtl farbig zu machen. Das war alles kein Problem. Hätte sie mich vorher darüber informiert, hätte sie sich das sparen können. Schließlich ist er keine 2 Minuten im Garten bis er nicht nass und dreckig ist.

Als Beweis präsentierte ich ihr das Foto vom letzten Gartenjahr, was ich euch ja auch schon zeigte. Sie war positiv überrascht.

Nun…offensichtlich konnte sie ihn so nicht reizen. Was ihn aber dann reizbar machte, war die Tatsache, dass er nun mit dem Spielen im Wasser aufhören musste, weil die Stunde um war. Er wollte nicht aufhören, nicht aufräumen, sich nicht anziehen. Da kam dann das, was sie sehen wollte. Wie reagiert er auf so etwas.

Der Kleine reagierte gut. Er ließ sich auch auf einen Kompromiss ein, so dass wir dann pünktlich das Zimmer verlassen konnten.

Allerdings gingen auch wieder hier die Vorstellungen von “etwas verbieten, Grenzen setzen” auseinander. Für mich hörte sich das wieder nach Anweisungen oder auch Bitten an, z.B.: “Den Hocker lassen wir jetzt mal in der Sonne stehen, damit er trocknen kann.” Entsprechend reagierte er darauf auch nicht sonderlich. Wenn ich ihm dann allerdings verbot sich den Tritt wiederzuholen und alles nass zu machen, reagierte er wütend darauf, z.B. ” Nein, du lässt den Hocker da jetzt stehen, sonst wird hier wieder alles nass und wir müssen gleich gehen.” Daraufhin äußerte er seinen Unmut und bockte rum. Er beruhigte sich aber auch schnell wieder, als ich ihn anziehen wollte.
Ich denke, dass war die Reaktion, die sie sehen wollte.

Wieder schloss sie eine Autismus Spektrum Störung aus. Das hört sich natürlich gut an und beim nächsten Termin bekommen wir das Testergebnis. Wir dürfen gespannt sein.

 

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