Das andere Kind…

Hallo Zusammen!

Mein Großer hat sich nun dazu entschlossen die Verhaltenstherapie nicht zu machen. Begeistert war ich nicht gerade. Diesen merkwürdigen Psychologen wollte ich zwar mein Kind nicht anvertrauen, allerdings war ich am überlegen, ob ich nicht eine Alternative suche. Doch dann kam alles anders.

Am Donnerstag hatte ich eine Einladung zu einen Gespräch mit den drei Lehrerinnen meines Sohnes, bezüglich des weiteren Werdeganges. Die Anwesenheit des Großen war natürlich erforderlich, was er alles andere als gut fand. So machten der Große, das Baby und ich uns also am Donnerstag auf in die Schule zum Gespräch. Auf den Weg dorthin fragte ich den Großen mehrfach, ob er mir vorher noch etwas sagen müsse, doch jedesmal verneinte er. Trotzdem sorgte er sich, dass die Lehrerinnen nur wieder auf ihm rumhacken würden und er wollte am liebsten wieder heim gehen.

Als wir an der Schule ankamen, waren wir zu früh und der Große schnappte sich den Kleinen, um ihn die Schule zu zeigen. Stolz maschierte er mit dem Kleinen auf dem Arm über den Pausenhof und einige Kinder folgten ihnen neugierig. Natürlich überwachte ich die Situation genau, denn ich hatte Sorge, dass er den Kleinen fallen lassen könnte, wenn dieser los zappelte. Doch alles ging gut. Ich schritt erst ein, als er ihn auf einer Bank krabbeln ließ und dabei nicht allzu achtsam war.

Fünf Minuten vor der Zeit kam dann die Mathematiklehrerin auf uns zu und zitierte uns schon einmal in den Klassenraum. Die zwei anderen Lehrerinnen warteten dort schon. Mir war ein wenig unbehaglich, denn ich fürchtete die üblichen Aussagen zu hören und das auch noch von zwei Damen, die augenscheinlich jünger als ich waren. Ich war peinlich berüht. Ich als schon “ältere” Mami sollte doch meine Kinder im Griff haben können.

Als die Mathematiklehrerin wieder kam, setzte sie sich zu uns und das Gespräch begann. Es war sofort ersichtlich, wer diese “Talkrunde” anführen würde. Die Mathelehrerin, augenscheinlich älter als ich, sah sich in der Rolle des Alphaweibchens und begann das Gespräch. Sie fiel auch den anderen Damen ins Wort und beendete die Runde. Ganz so, wie mein Mann sie am Telefon kennengelernt hatte. Naja, fast. Denn bevor sie weiter machen und dann anschließend das Gespräch beenden konnte, hatte er ja schon aufgelegt. Jetzt verstand ich warum, nur das sie hier nicht laut wurde.

Es wurde berichtet, dass sich mein Großer seit dem besagten Freitag super am Unterricht beteiligte, bis auf ein paar Ausrutscher und er auch viel “wacher” im Unterricht wirkt. Die Deutsch-/Sachkundelehrerin berichtete, dass sie manchmal wirklich beeindruckt von ihm wäre. Mein Großer hatte ihr zu einen Thema wohl sogar eine Grafik an die Tafel gemalt, welches sie so noch nie an der Tafel hatte von einen Schüler. Sie sagte auch, dass es schade ist, dass mein Großer nicht am Unterricht aktiv teilnimmt, weil er locker ein Zweierschüler sei.

So zogen sich die Äußerungen über meinen Sohn eine Weile hin. Das Positive überwog ganz offensichtlich und er saß sichtlich geschmeichelt auf seinen Stuhl. Ich schaute ihn währendessen mit einer Mischung aus Stolz und Ungläubigkeit an. War das tatsächlich mein Kind über das sie dort sprachen?

Leider wissen wir bis heute nicht, warum er sich so in der Schule verhält. Aber gut zu wissen, dass ich die ganze Zeit recht hatte mit meiner Aussage: Mein Kind ist nicht dumm!

Wäre er dumm, dann hätte ich das hingenommen und ihn nicht zu Tests, Ärzten, etc hingeschleppt. Meine Ambition ist es ihn für sein Leben fit zu machen und den besten Start zu ermöglichen. Ich denke, das möchte jede Mutter. Leider weiß man nie, ob man alles richtig macht. Jedes Kind ist anders und es liegt dummerweise keine Gebrauchsanweisung dabei, wenn sie aus uns rauskommen.

Jetzt sind erstmal Ferien und ich hoffe, dass dieses keine negativen Auswirkungen haben wird.

Anmerkung: Es lag zu diesen Zeitpunkt noch keine Diagnose für eine Autismus Spektrum Störung vor. Die Testung lief bereits an.

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