Schulbegleiter – Plötzlich geht alles ganz schnell

Hallo ihr Lieben!

Ich hatte euch von dem Krimi erzählt, wie das bei uns ablief mit der Beantragung eines Schulbegleiters.

Es hatte ja so lange gedauert bis wir endlich den Antrag durch hatten. Dann gab es aber auch noch keinen Schulbegleiter, sondern erstmal Fragen wofür und für wie viele Stunden.

Man versuchte über die Sommerferien jemanden zu finden, wollte uns aber keine Hoffnungen machen. Denn das es zum Schulbeginn nach den Ferien klappen würde, sah schlecht aus.

Ich fragte zwar zwischendurch nach, hörte aber immer ein “Nein” bis zuletzt gar keine Antworten mehr auf meine Emails kamen. Ich fühlte mich bereits ignoriert.

Dann startete die Schule wieder und kein Schulbegleiter war in Sicht. Kurz vor Schulbeginn hatten der Große und ich auch einen Termin zur Besprechung mit dem Schulzweigsleiter und der neuen Klassenlehrerin. Es ging darum, wie sie den Großen besser unterstützen können, was wir uns wünschen und was sie erwarten.

Dieses Gespräch kam zustande, weil ich zum Schuljahresende das Kultusministerium eingeschaltet hatte und diese nun mit drauf schauten, wie die Situation zu verbessern sei.

Jedenfalls war das Gespräch gut, beide Seiten waren so weit zufrieden, aber es wurde natürlich auch nach dem Schulbegleiter gefragt. Leider konnte ich keine konkrete Aussage treffen.

Zwei Wochen nach Schulbeginn fragte die Lehrerin erneut nach bei mir, wie es aussieht. Aber auch diesmal konnte ich keine Antwort geben. Daher schlug sie vor, dass sie beim Jugendamt anrufen könnte um zu fragen, wie der Stand der Dinge sei.

Gesagt getan. Doch ich bekam auch von der Lehrerin kein Feedback, an dem Tag wo sie anrufen wollte. Ich gab ihr also noch Zeit mir zu schreiben, da sie mit Sicherheit genug zu tun hatte. Doch am nächsten Tag klingelte das Telefon.

Es war das Jugendamt. Sie wollten mir mitteilen, dass sie nun jemanden gefunden hätten und diese Person quasi fast sofort verfügbar wäre.
Ja…schön…aber wer? wo? wie? wann?
Die Dame am Telefon konnte keine dieser Fragen beantworten und gab mir die Telefonnummer des Trägers, welcher für den Schulbegleiter zuständig war.

Anschließend rief ich dort sofort an. Ein gelangweilter Herr ging ran. Er konnte mir nicht helfen, der gewünschte Gesprächspartner wäre in einer Besprechung und er wüsste nicht wie lange diese dauern würde.
Hmhm…diese Antwort kenne ich…Die habe ich selber oft benutzt, wenn der/die Chef/in nicht erreichbar sein wollte.
Na gut…ich lies meine Telefonnummer hinterlegen mit der Bitte um Rückruf.

Tatsächlich klappte es mit dem Rückruf sofort. Der Herr am anderen Ende kam sehr sympathisch rüber und man führte ein lockeres Gespräch. Doch leider sagte mir der Ablauf nicht ganz zu. Die Dame, welche wir bekommen sollten, hatte bis Freitag noch ein Kind zu betreuen. Am Montag sollte sie direkt bei uns einsteigen OHNE voriges Kennenlernen und Absprache.
Ich war nicht sehr begeistert. Aber sowohl der Herr der Einrichtung, als auch die Dame vom Jugenamt sagten mir…ich zitiere beide syncron im O-Ton: “Sie können froh sein, dass sie überhaupt jemanden so schnell bekommen. Schulbegleiter bekommt man momentan sehr schlecht.

Hmm…ja…so habe ich auch geguckt. Als ob es einstudiert wäre…und was heißt so schnell? Schließlich warten wir ja nun auch schon eine Weile.
Aber nun gut. Es lässt sich ja nicht ändern. Jetzt müssen wir sehen, wie wir mit der Situation klar kommen und wie ich den Großen darauf vorbereiten kann.

Was mich noch störte war, dass der Träger mir erzählte, dass sie Erfahrung mit Autisten hätten und fragte mich im nächsten Atemzug, welche Inselbegabungen denn mein Sohn so hätte.
Ihr kennt mich….es gab ein Monolog über den Unterschied zwischen Inselbegabung und Spezialinteressen.

Die SB, welche wir bekommen, soll Anfang 20 sein und bereits Erfahrung haben mit Autisten…auch mit aggressiven Autisten, wie mein Sohn.
Bitte, was?!
Ja, die alte Klassenlehrein hatte in ihren Bericht Dinge notiert wie “aggressiv” und “suizidgefährdet”.
Gut, dass ich mit ihm vorher geredet hatte und diese Sachen zur Sprache kamen. Mein Großer gefährdet weder sich noch andere. Es ist unglaublich, was manchmal so weiter getragen wird.

Also, tut euch selbst einen gefallen und ruft überall nochmal selber an und fragt, was besprochen wurde.

Ihr könnt gewiss sein, es bleibt spannend.

 

Das Beitragsbild wurde von Peggy und Marco Lachmann-Anke auf Pixabay zur Verfügung gestellt.

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