Das Pubertier

Hallo Zusammen!

Wer schon größere Kinder hat, weiß sicherlich wovon ich gleich erzähle. Ich nenne es das Pubertier oder Gremlin.

Der Begriff “Gremlin” wird zumindest den älteren Lesern hier ein Begriff sein. Euch anderen kurz erklärt: Gremlins sind kleine niedliche Plüschtiere und es gibt zwei elementare Regeln. “Mach einen Gremlin niemals nass.” und “Füttere keinen Gremlin nach Mitternacht.” Denn sonst verwandeln sie sich in gräßliche Monster.

Mit Teenager verhält es sich ähnlich, nur anders herum. Teenager sind Monster, wenn sie Hunger haben und den haben sie fast ständig. Also fütteren Sie ihr Pubertier regelmäßig. Dann ist eine Eskalations-Situation schon einmal ausgeschlossen.

Zudem fangen Teenager an zu riechen. Sie bekommen es nicht mit. Sie hören meist auch nicht, wenn es ihre Eltern sagen. ABER wenn sich Freund/Freundin nur in ihre Nähe trauen, wenn sie frisch geduscht sind, merken sie es meist. So regelt sich dieses Problem von alleine.

Nehmen Sie die Gehirnbritzeleien Ihrer Sprößlinge nicht zu persönlich. Sie meinen es in der Regel nicht so.

Beispiel: Mein Großer hatte ca. 6 Monate vor einsetzen der Pubertät noch groß erklärt: “Ich werde euch niemals hassen.” “Ich will immer bei euch bleiben/sein.”

6 Monate später: “Ich hasse euch.” “Ich zieh aus.”

Dieses Verhalten ist total normal und gesund. Ihre Sprößlinge durchleben nun eine vielzahl Ereignisse mit denen sie erstmal fertig werden müssen.

  1. Der Körper verändert sich. Besonders bei Mädchen ein Problem. Meist glauben sie, dass sie fett werden. Dieses hat oftmals Diäten zufolge und wehe es fallen Sprüche wie: “Nimm deinen fetten Arsch mal zu Seite.” Also achtet auf Alarmsignale.
  2. Sie hören noch viel weniger auf Sie und wissen ALLES besser. Sie müssen das Pubertier unbedingt in seine Schranken verweisen, denn sonst kann das schnell überhand nehmen.
  3. Die Körperhygiene artet aus. Bei den Einen geht es in die Richtung “ungepflegt“, da kann es schon mal sein, dass auch in den Klamotten 48 Stunden und länger “gewohnt” wird. Bei den Anderen geht es in die entgegengesetzte Richtung und sie ziehen sich mehrmals am Tag um und duschen auch teilweise ebenso häufig. Bei beiden Situationen muss man wahrscheinlich eingreifen, sollte es sich nicht innerhalb 1-2 Wochen selber regeln.
  4. Es ist schnell aggressiv, bockig oder weinerlich. Sie werden Sätze hören wie: “Ich hasse euch.”, “Nie darf ich was.”, “Ihr liebt mich nicht.”, “Ich ziehe aus.” etc, etc. Nehmen Sie es nicht persönlich. In der Regel wird das Pubertier sehr bald davon nichts mehr wissen.
  5. Plötzlich werden Mädchen/Jungs interessant und die Ansprache bezüglich solcher Themen, auch wenn sie nur versehentlich geschnitten werden, sind dem Pubertier peinlich.
  6. Die Eltern werden peinlich und sie nerven. Nicht beirren lassen!
  7. Das Pubertier ist Superman/Superwoman. Frei nach dem Motto: “Große Klappe nichts dahinter.”
  8. Es verkriecht sich möglichst ins sein/ihr Zimmer. Am besten sogar mit dem Essen. Ärgerlich wenn kein eigener Fernseher vorhanden ist. Die dadurch resultierende Alternative: Das Pubertier versucht sie loszuwerden!
  9. Das Zimmer gleicht einen Schlachtfeld. Auch hier müssen Sie gegebenenfalls eingreifen, denn das Pubertier ist gerade mit sich selbst überfordert.

Sicherlich gibt es noch so einige Punkte, die das Synapsenknapsen im pubertierenden Schädel verursachen, welche ich nun nicht aufgeführt habe. Diese dürfen Sie aber individuell mit ihren Sprößlingen selber herausfinden.

Mein Großer hat zwar selbige Probleme, aber in klaren Momenten ist er sehr liebenswürdig, hilfsbereit und kümmert sich hingebungsvoll um seinen kleinen Bruder.

Doch so sehr sie Sie auch an den Rand der Verzweiflung treiben. Seien Sie gewiss, es wird sich eines Tages rächen. Im Normalfall werden Ihre Kinder sich bei Ihnen entschuldigen und Ihnen sagen, wie sehr sie Sie doch lieben, wenn sie selber Eltern sind und eben die gleichen Erfahrungen machen wie Sie. Also nur Geduld!

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