Einer dieser Sonntage…

*Werbelink im Text enthalten*

Hallo Zusammen!

Kennt ihr diese Sonntage, wo ihr schon beim Aufstehen wisst, dass dieser Tag in einer Katastrophe enden wird? Nun ja, heute war einer dieser Tage.

Es fing damit an, dass mein Mann die Nacht nicht einschlafen konnte und erst gegen 4 Uhr ins Bett kam. Dieses veranlasste das Baby, welches im selben Raum wie wir schläft, wach zu werden.

Ich gab ihm was zu trinken und er schlief dabei erstmal wieder ein. Ich legte ihn in sein Bett und BÄM!, Baby wieder sofort wach. Also zurück auf den Stuhl, Baby schläft ein, ich lege ihn ins Bett, BÄM!, Baby wieder wach. Dieses nervenaufreibende Szenario wiederholte sich einige Male, dann dämmerte es.

DAS war mein “Todesstoß“. Das Baby realisierte “Es wird hell.” und schon gingen die kleinen Äuglein auf und es wurde sich nach Spielmöglichkeiten umgesehen. Es war nun in etwa 4:30 Uhr. Da ich nicht wollte, dass mein Mann gestört wird, nahm ich den Kleinen und ging mit ihm in das Wohnzimmer. Ich versuchte den Aufenthalt so langweilig wie möglich zu gestalten. Doch dieses ist gar nicht so einfach, wenn selbst Papierschnipsel spannende Spielzeuge sind.

Dort im Wohnzimmer verharrte ich bis etwa 7 Uhr, bis mein Großer leicht schlaftrunken in den Raum torkelte. Nach einen kurzen Informationsaustausch und kleinen Streit, wegen plötzlich auftretenen Pubertiergehabe, schlug der Große vor, dass er ja auf den Kleinen aufpassen könnte. Mir war sofort klar, dass er eigentlich an die PS4 wollte, doch nahm ich, in Anbetracht ein wenig Schlaf zubekommen, das Angebot an.

Also ging ich ins Schlafzimmer, legte mich ins Bett, kuschelte mich an meinen Mann und schlief wieder ein.

KARTOSCH!!!! Ich saß sofort senkrecht im Bett! Mein Großer kam mit dem Kleinen, die Tür mit Wucht aufschlagend, ins Schlafzimmer. Oh mein Gott!!! Schnell raus hier, ich komme sofort hinterher. Weckt den Papa nicht. Der hatte zum Glück kaum etwas bemerkt.

Sofort dachte ich, dass etwas passiert sei. Doch das Pubertier teilte mir mit, dass der Kleine knötern würde und er nicht wüsste, was er machen sollte. Klar. Der wirkliche Grund war, dass er ein Skateboard online fand, welches er mir unbedingt zeigen wollte. Denn das ist sein neuester Herzenswunsch. Ein Skateboard.

Ich schaute auf die Uhr. Ich hatte maximal 30 Minuten geschlafen. Mein Kreislauf war im Keller. Mir ging es nicht gut. Doch das ist nunmal der Mutters Los. Krönchen richten und weiter.

Gegen 10 Uhr stand mein Mann auf und ich ging mit dem langsam einschlafenden Baby ins Schlafzimmer, damit er endlich schläft. Er schlummerte auch ein, aber nicht lange. Dann entschied er sich dazu, aus dem Bett abzuhauen und zu spielen. Er krabbelte zu seiner Lego Duplo – Tonne, stellte sich hin, kramte darin rum und schaute wie so oft Fisch-TV (das Aquarium). Ich lehnte mich nochmal auf dem Bett zurück. Ach wie herrlich wäre jetzt ein Stündchen Schlaf.

KRAWUMMS! GESCHREI! Oh nein!

Ich sprang auf! Schnappte das Baby. In Bruchteilen von Sekunden registrierte ich folgendes: Auge, Blut, Wunde.

Das Baby war offensichtlich, mit dem Gesicht voraus, auf die Schrankecke des Aquariumunterschrankes (ehemals TV-Bank) geschlagen.

Ich rannte zur Treppe und während ich runter polterte, rief ich nach meinen Mann. Er kam, sah und sagte auch gleich “Ab ins Krankenhaus“. Er nahm den Kleinen, damit ich mir etwas anziehen konnte. Der Große machte sich in Panik gleich mit ausgehfertig.

Während wir uns anzogen, entschärfte sich die Situation. Er weinte nicht mehr, saß bei Papa auf den Schoß und schaute sich die ganze Szenerie an. Dafür war ich den Tränen nahe. Wieso hatte ich ihn bloß aus den Augen gelassen?!

Der Große, der Kleine und ich machten uns auf den Weg in das Kinderkrankenhaus. Die Straßen waren frei, obwohl es Sonntag war und die Straßen von Baustellen nur so wimmeln.

Im Krankenhaus war wie immer viel los. Nachdem ich dem Pfleger erklärt hatte, dass mein Kleiner eine Platzwunde hätte, durfte ich das übliche Formular ausfüllen. Dieses Tat ich schon so oft für meinen Großen, aber das erste Mal für den Zwerg. Nachdem ich es abgegeben hatte, wurden wir schon zur “Einschätzung” in ein Zimmer gerufen. Ich erklärt der Schwester sofort: Platzwunde, übergibt sich nicht, nicht schläfrig, wusste aber nicht womit ich ein Baby bei so einer Wunde behandeln darf und das ich vermute, dass es geklebt werden muss.

Richtig eingeschätzt, wir durften erstmal wieder in den Wartebereich. Nach schlappen 2 Stunden Wartezeit, wurden wir dann aufgerufen. In das bereits so gut bekannte Behandlungszimmer. Zuletzt war ich letztes Jahr mit dem Großen dort, weil er einen Fahrradunfall hatte.

Die Ärztin kam nach weiteren 10 Minuten mit einer Schwester. Ich erklärte ihr nochmals, was vorgefallen war und warnte, dass der Kleine müde sei und er sicher gleich Krawall machen würde. Die Ärztin meinte aber, es würde reichen, wenn sie ihn zu zweit festhalten und sie die Wunde säubert und klebt. Hm, das sah ich nicht so. Die zweite Schwester kam herein. Etwas älter. Sie wurde gebrieft und dann meinte sie, dass sie ihn wahrscheinlich alleine halten könnte. Wieder versuchte ich zu warnen.

Dann zog die jüngere Schwester das Pflaster ab. Naja, sie versuchte es. Ich bat sie, das Pflaster doch mit den Haarwuchs zu entfernen und nicht dagegen. Es tat ihm weh, sie hörte nicht auf mich.

Dann ging es los. Tuch auf das betroffene Auge, damit nichts rein läuft, Wunde säubern. Mein Kleiner versetzte sich in den Krawallmodus. Nun musste die ältere Schwester zugeben, dass sie ihn doch nicht halten konnte. Von wegen “Das ist ja nur ein Baby“. Wir hielten ihn nun mit drei Frauen fest.

Er schrie. Mein Großer war mit im Zimmer, er lief hinter mir auf und ab. Scheinbar konnte er es nicht ertragen zu sehen, wie sein kleiner Bruder Schmerzen hatte. Doch nun war es schon zu spät ihn raus zuschicken.

Als die Ärztin fertig war, durfte ich den Kleinen zwar kurz trösten, aber dann wollte er sofort zu seinen Bruder. Ich böse Mama hatte ihn ja auch festgehalten, als die doofe Tante ihm weh tat.

Selbst im Auto schaute mich der Kleine noch böse an und zwar so lange, bis er vor Erschöpfung eingeschlafen war.

Als er daheim nach seinen Schläfchen aufwachte, schien er schon wieder vergessen zu haben, dass er sauer auf mich war. Er bekam kein Pflaster über die geklebte Stelle, denn die Ärztin hatte Sorge, dass er dann daran herumfummelt. Hm, hatte er während der Wartezeit zwar auch nicht, als sie ihm das Pflaster gesetzt hatten, aber nun gut. Er solle sich schonen haben sie zu mir gesagt. Ja, DAS erklären sie mal einen Baby, das gerade flügge wird. Darüber hinaus sollen wir wieder in die Klinik kommen, wenn er sich übergeben sollte. Das ist mir klar, hat er aber bisher nicht und daher denke ich, dass wir auf der sicheren Seite sind.

Nun schläft er wieder und ich werde mich gleich ein wenig erholen. Denn man weiß nie, wann der Wahnsinn in die nächste Runde geht. Bis bald…

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