Die Erst-Elternabzocke

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Moin!

Vor gut einem Jahr bin ich noch einmal Mutter geworden. Nicht zufällig, aber geplant und diesmal mit dem Wissen was wirklich nötig ist.

Denn bei dem ersten Kind sind auch wir in die Abzockfalle gelaufen und das mit breitem Lächeln im Gesicht. Ebenso wie es den allermeisten Eltern geht, die zum ersten Mal ein Kind bekommen.

Da es heute nicht mehr oder selten die Mehrgenerationenhaushalte gibt, ist meistens auch niemand da auf den wir hören könnten. Gut, oft sind die Omas ja Feuer und Flamme, doch heute ist es eher so, dass die schwangeren Damen wieder in ihr Teenagerverhalten zurückfallen und Muttis Tips als nervig und bevormundend empfinden. Klar, man ist ja erwachsen und bekommt gerade ein Kind. Muttis Ansichten sind ja eh veraltet. Ich war meistens auch so, habe aber nicht alle Tips abgewehrt. Leider hatte ich die ratgebende Begleitung meiner Mutter nur kurz.

Ich kann euch aber wirklich nahe legen auf den ein oder anderen Ratschlag zu hören. Bevor ihr euch unnötig aufregt, tretet einen Schritt zurück und seht euch die Situation von aussen an. Das wird euch helfen klarer zu sehen.

Die Babyartikelkonzerne bieten uns so viel an, das wir reizüberflutet alles kaufen von dem wir glauben, dass es richtig ist. Lasst euch gesagt sein, ihr braucht nicht so viel.

Es beginnt schon bei der Babykleidung. Zu Beginn brauchen wir normalerweise Gr. 56. Wir rennen also los und kaufen zig Bodys, Strampler, Söckchen, Shirts, Pullover, Hosen in dieser Größe. Natürlich neu und am besten mit tollen Markennamen drauf. Denn für unseren kleinen Spatz ist nichts gut genug.

Stop!!! Macht das bitte nicht. Kauft keine Strampler für 20€+ pro Stück, keine Jacken für 80€. Es ist unnötig. Euer Schatz wird nicht sehr lange da rein passen. Es wird nur einige Wochen dauern, bis ihr die nächste Größe braucht. Manchmal sogar nur einige Tage. Ich rate euch wenige, aber gut ausgesuchte Teile zu kaufen. Im Sommer braucht ihr meistens eher nur Windeln und Bodys, da es oft sehr heiß ist. Ist es ein kalter Sommer, dann ein paar Hosen und Shirts. Euer Baby krabbelt noch nicht, es trinkt nur Milch, es macht sich nicht wirklich dreckig. Irgendwann spuckt es, aber das betrifft auch eher den oberen Bereich.

Wenn ihr was Gutes tun möchtet, dann kauft bei anderen Muttis die gebrauchte Kleidung oder wenn es unbedingt neu sein muss, kauft Mitwachs-Kleidung, welche auch oft von anderen Müttern genäht wird. Ich kaufe fast nur gebraucht. Denn es schont die Umwelt und den Geldbeutel. Viele Sachen sind quasi noch Neuware, weil die Babys halt so schnell wachsen und nicht alles angezogen wird oder vielleicht nur ein oder zweimal angezogen wurde. Darüber hinaus tut ihr etwas Gutes, weil die Mutter wieder einen Teil ihres investierten Geldes raus bekommt. Sogar Markenkleidung kann man oft gebraucht kaufen. Ihr müsst euch nur genau umsehen auf den Verkaufsplattformen.

Ich habe zudem noch das Glück eine fabelhafte Schwägerin zu haben. Sie kann nicht nur super Kinderkleidung nähen (verkauft leider nicht), sie hat auch 2 wunderbare kleine Jungs. Daher ist es nur logisch, dass ich ihr einen Teil der Kleidung abnehme. Alles brauche ich davon nicht, aber das was ich nehme, bekommt sie anschließend noch wieder, für weitere Kinder in der Familie. Ich selber habe sogar noch Kleidung aus meiner Babyzeit und auch von meinen Mann. Der Lieblingsstrampler meiner Schwiegermutter hatten nun schon drei männliche Mitglieder der Familie an und er ist immer noch fast wie neu.

Niemand muss sich schämen gebrauchte Kleidung zu kaufen oder zu tragen. Das nennt sich heute Upcycling und somit seid ihr voll im Trend.

Ihr solltet auch darauf achten, dass ihr immer schon  mindestens die nächste Größe da habt. Denn die Kinder wachsen sehr schnell. Ihr könnt abends noch die Größe 56 ins Bett legen und nehmt morgens schon die Größe 62/68 aus dem Bett. Beim ersten Kind ist mir dieser Fehler einmal passiert und ich musste schnell Kleidung kaufen. Jetzt bin ich schlauer.

Dann die Möbel. Presspappenmöbel bekommt ihr überall für überteuerte Preise. Ich wollte Vollholz, unbehandelt und nicht zu Fantasiepreisen. Ich bin auf einer Auktionsplattform fündig geworden. Vollholz, neu und günstig.

Was ihr an Möbel wirklich braucht:

  • Ein Babybett: Am besten umbaubar zum Kinderbett. Wobei ich euch möglichst ein Beistellbett empfehle. Die optimalste Lösung ist allerdings das Familienbett.
  • Eine gute Matratze: Ich empfehle euch bei Stiftungwarentest über die Matratzen zu informieren und da spart bitte nicht unbedingt.
  • Ein Kleiderschrank oder Kommode für die Babykleidung.
  • Einen Wickeltisch: Diese sind meistens sehr klobig. Ich bin bei einen schwedischen Möbelhaus fündig geworden, wo ich eigentlich ungern einkaufe. Dieser Wickeltisch ist sehr schmal und man bekommt trotzdem alles unter. Zudem ist er sehr günstig und gut verarbeitet. Preis/Leistung sehr gut. Anschließend kann man diesen Tisch entweder weitergeben oder z.B. als Pflanztisch nutzen.

Was ihr evtl an Möbel braucht:

  • Eine Stubenwiege: Auch hier fand ich eine günstige, naturbelassene Vollholzwiege auf einer Auktionsplattform. Natürlich ohne Nest und Himmel, aber mit guter Matratze, da ich fast panische Angst vor dem plötzlichen Kindstod habe. Doch das Nest und den Himmel braucht man auch nicht. Lieber ein schönes Mobile befestigen. Ab dem ca. 3. Monat ist das Mobile so etwas wie eine Comedy- und Actionsendung für das Baby. Doch überlegt euch gut, ob ihr eine Wiege braucht. Meist ist es so, dass man das Baby bei sich auf dem Sofa (die meistens haben ja auch Überbreite) liegen hat.
  • Einen Laufstall: Mit dieser Anschaffung sollte man vorsichtig sein. Nicht alle Kinder mögen Laufställe. Macht das Kind schon Theater wenn es im Bettchen mit Spielzeug sitzt? Dann lasst es lieber mit dem Laufstall. Legt dann Puzzlematten oder Decken auf den Boden und lasst es da drauf spielen. Wer Angst hat, dass das Baby sonst alles auseinander nimmt, wenn man es kurz unbeobachtet lässt, dem lass gesagt sein: Das geht auch mit Laufstall. Erstens steht der Laufstall vielleicht so, dass man doch irgendwo dran kommt und zweitens sind manche so clever und strecken die Beine durch den Laufstall und gehen samt Laufstall los. Da bekommt der Begriff Laufstall eine ganz neue Bedeutung.
  • Einen Hochstuhl: Auch hier solltet ihr genau überlegen, ob ihr einen Hochstuhl braucht und wenn ja, was für einen. Ich hatte beim ersten und zweiten Kind einen Hochstuhl. Beim ersten Kind auch noch einen Mitwachsstuhl. Letzten Endes saß der Große selten im Hochstuhl und eher auf meinem Knie. Da wir keinen Esstisch haben und am Wohnzimmertisch essen, reichte dann auch ein kleiner bunter Plastikstuhl aus dem schwedischen Möbelhaus. Der Kleine bekam auch einen Hochstuhl, beide Stühle waren zweiteilig und auch beim zweiten Kind brauchte ich ihn eher nicht. Er saß vielleicht 6 Wochen im Stuhl, dann lieber auf dem Knie oder er wollte unbedingt im Stehen essen. Jetzt habe ich nur noch den aufgesetzten Stuhl im Gebrauch, aber der passt nicht gut an den Tisch. Daher wird es wieder besagter Plastikstuhl werden. Der Tisch zum Stuhl war auch total unbrauchbar. Den Mitwachsstuhl habe ich zwar immer noch, aber nicht einmal im Gebrauch. Also hier auch Geldausgaben, die ich mir hätte sparen können.

Badezubehör: Für die ersten 9 Monate reicht so eine Liegeschale, die passt in jede Dusche und Badewanne. Wenn das Kind dann sitzen kann, reicht z.B. eine Wäschewanne, die ihr daheim habt oder eine Plastikkiste. Da verbraucht ihr nicht viel Wasser und ihr müsst nicht extra etwas kaufen. Theoretisch würde auch das Spülbecken in der Küche reichen, dass war früher auch üblich.

Spielzeug: Kauft um Himmels willen nicht so viel. Ihr werdet eh einiges bekommen, sei es zum Geburtstag, Weihnachten oder andere Feiertage. Manchmal vielleicht auch einfach so. Ihr braucht auch nicht viel. Euer Schatz findet es nämlich viel spannender mit den Sachen zu spielen, die für uns unscheinbar sind. Die Fernbedienung oder das Telefon was Mama oder Papa so oft in der Hand haben. Mamas bunte Schüsseln, Papas Controller, Mamas Waschmittelkugeln (die wo man Flüssigwaschmittel reinfüllen kann). Leere Röhren (z.B. vom Xylit Kaugummi oder kleine Fischfutterdosen), wenn dort ein Bauklotz, ein Bonbon oder ähnliches drin ist, klappert es so herrlich. Küchenrolle, Klopapier, kann man so schön abrollen oder zerrupfen. Mit Wäscheklammern oder Beutelclips lässt sich gut spielen. Es gibt so viele Möglichkeiten. Wenn ihr doch etwas kaufen “müsst“, dann etwas welches die Motorik schult und/oder die Fantasie.

Zu viel Spielzeug überreizt die Sinne des Kindes!

Kinderwagen: Ich sag nur 3 in 1. Die Kinderwagen, wo man die Babyautoschale drauf klippen kann sind Gold wert. Denn dann muss man für kurze Erledigungen nicht den ganzen Wagen mitschleppen und er nimmt auch nicht so viel Platz weg. Die Babywanne werdet ihr nur so lange brauchen bis euer Kleines sitzen kann, dann will es die Welt sehen. Natürlich rate ich auch hier den Wagen gebraucht zu kaufen. Allerdings empfehle ich die Matratze in der Babywanne zu erneuern. Auch hier wieder erst die Warentests ansehen. Ob man dann später den Kinderwagen gegen einen Buggy tauscht, bleibt jeden selber überlassen. Doch achtet darauf, dass euer Zwerg in dem Buggy auch gut schlafen kann und nicht wie ein Schluck Wasser in der Kurve hängt. Das ist nicht gut für das Kind und wir würden das auch nicht wollen, wenn wir schlafen. Die Option den Sitz in die Schlafposition zu stellen sollte gegeben sein.

Autositz: Am Anfang braucht ihr eine Babyschale. Achtet hier immer darauf, ob diese auch zu euren Kinderwagen passt, solltet ihr einen 3 in 1 Wagen haben. Auch hier unbedingt die ADAC-Tests ansehen und dann entscheiden. Es wird bestimmt auch zu fast  jeden Sitz ein YouTube Video geben, welches bei der Entscheidung hilft.

Anschließend müsst ihr dann entscheiden, ob ihr einen Sitz nehmt, der bis zum 12. Lebensjahr verwendbar ist oder vorher noch eine Zwischengröße nehmt bis zum ca. 4. Lebensjahr. Welcher Sitz zu euch passt, müsst ihr passend zu eurer Lebenssituation entscheiden.

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig den Druck nehmen. Ihr müsst nicht alles haben. Ihr müsst nicht viel Geld ausgeben. Wichtiger ist, dass ihr euch Zeit für euer Kind nehmt. Das ist wichtiger als alles andere.

Doch bei Schuhe solltet ihr nicht sparen. Die richtigen Schuhe sind sehr wichtig für euer Kind. Lasst euch da auch gerne von kompetenten Verkäufern beraten.

Ihr werdet super tolle Eltern sein. LG euer Schokodil

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Das Beitragsbild wurde von justynafaliszek auf Pixabay bereitgestellt.

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