Mein Wochenende im Krankenhaus

*Achtung! Text enthält ein Foto, dass evtl manche Menschen triggern könnte*

Moin!

Letztes Wochenende hatte ich ein Abo in der örtlichen Kinderklinik.
Dabei wollte ich doch nur ein ruhiges Wochenende haben.
Doch wer Kinder hat, der weiß, dass die Dinge immer anders kommen als man denkt.
So war es auch hier.

Freitag: Es war am Abend. Ich hatte alles erledigt, Abendessen war auch durch und ich schickte gedanklich die Kinder  ins Bett. Danach wollte ich einen Kaffee trinken (da sind wir wieder beim Kaffeefluch) und den Abend mit meinen Mann gemütlich ausklingen lassen.

Während ich so in meinen Gedanken schwelgte, hörte ich auch schon Gepolter und Geschrei: “Mama!” “Mama!
Ich lief zur Treppe: “Was ist los?!
Der Große kam die Treppe runter Gepoltert mit dem Kleinen auf dem Arm: “Er hat was geschluckt! Er hat was geschluckt!
Was hat er geschluckt?” fragte ich.
Von meinen Mini-Vier-Gewinnt ein Plättchen. Ich habe es gesehen und ihm ein anderes Plättchen aus der Hand genommen. Aber aus dem Mund nicht. Er hat nicht aufgemacht und dann war da ein Schluckgeräusch.” berichtete mein Großer.

Na klasse! Mund untersucht. Nichts da. Mann informiert. Im Krankenhaus angerufen, ob ein 1,4 mm großes Plättchen ein Problem darstellen wird. Wir sollten zur Sicherheit vorbei kommen. Herrlich. Sachen packen. Kinder ins Auto und los.

Wir saßen nur 2 Stunden in der Notfallambulanz, wurden aber schon zwischendurch untersucht. Sauerstoffsättigung, Gewicht und so weiter. Das war alles in Ordnung.

Nachdem wir dann ein kurzes Gespräch mit der Ärztin und einer angehenden Ärztin hatten, durften wir gehen. Ja und dann erklärte der Große zuhause, dass er sich dann doch nicht sicher wäre, ob der Kleine etwas geschluckt hätte.

Argh!!!! Einmal Wut runterschlucken. Alles gut.

Dann sollte es ja wenigstens ab Samstag ruhiger werden. Das war es auch, bis ich den Großen ins Bett schickte. Natürlich schlief er nicht und wuselt so rum. Dann so gegen 21:00 Uhr. Geschrei, Gepolter.

Ich schaute meinen Mann an, nach dem Motto: Der hat sich sicher wieder den Kopf gestoßen oder den Fuß. Das kam öfters vor, weil er immer rumturnt.

Doch diesmal wurde das Geschrei schlimmer, so dass mein Mann aufstand und schaute. Der Große kam die Treppe runter gehüpft, Blut lief aus seinen linken Fuß heraus. Mein Mann nahm ihn halb auf den Arm und bugsierte ihn zum Sofa. Ich holte Desinfektionsmittel und Verbandszeug. Der Große war in eine Scherbe getreten und hatte sie sich in Panik selber entfernt und weg geworfen. Also musste die Scherbe auch noch gesucht werden.

Nachdem mein Mann die Wunde gereinigt hatte, schaute er mich an und sagte: “Damit sollten wir ins Krankenhaus.

Wir” heißt in dem Fall “ich“, denn mein Mann hat eine Krankenhausphobie und jemand musste ja auch beim Kleinen bleiben. Der Kleine war zwar durch das Geschrei wach geworden, aber ich konnte und wollte ihn nicht mitnehmen. Das wäre zu viel gewesen. Einschlafen wollte der Kleine allerdings auch nicht mehr.

Also fuhr ich mit dem Großen los. Wir trafen um 21:32 Uhr in der Notfallambulanz ein und wurden dann im Flurbereich auf eine Trage verfrachtet. Es war so voll, dass eine Einstufung der Dringlichkeit erfolgte. Wir waren nicht so dringend. Daher mussten wir warten…lange warten. Um Mitternacht kamen wir endlich in ein Behandlungszimmer und mussten dann noch weitere 20 Minuten auf den Arzt warten.

Als er kam und sich das anschaute, fand er die Wunde nicht so schlimm. Ja, würde ich auch erstmal so sagen. Sie war zwar relativ klein, dafür aber tief. Ich erklärte es ihm. Da keine Schwester zur Verfügung stand, ging ich dem Doc zur Hand. Er spülte die Wunde mit NaCl (isotonische Kochsalzlösung) und legte dann eine mit Antibiotika getränkte Gaze auf die Wunde. Die Salbe hätte ich auch daheim gehabt. Als der Fuß dann verbunden war, wir den Arztbrief bekamen und wir endlich wieder gehen konnten, war es schon fast 1 Uhr.

Kurz nach 1 Uhr waren wir dann wieder daheim und der Große wankte gleich ins Bett.

Glücklicherweise schlief der Kleine jetzt auch endlich wieder. Allerdings hielt er vorher noch meinen Mann ordentlich auf Trab, mit kleinen Kuschel-/Wegdämmerpausen zwischendurch. Ach ja und da wir Selfmade-Burgertag hatten, standen noch diverse Saucen auf dem Tisch. Eine davon hatte der Kleine während unserer Abwesenheit erwischt.

Ausgerechnet die Habanero-Tabascosauce hatte er erwischt, angefasst und ins Auge geschmiert. Das Auge/Gesicht sah danach so übel aus, dass ich fast heim gefahren wäre um ihn auch noch zu holen. Doch mein Mann hat das super hinbekommen und nach 30 Minuten sah alles nur noch halb so schlimm aus. Am nächsten Tag sah man gar nichts mehr davon.

Tja, da war ich genau genommen 3 Tage im Krankenhaus wegen der Kinder. Es wird hier wirklich nie langweilig.

Kennt ihr auch solche Tage?

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