Autismus, Schule und Medikamente, Teil 1

Hallo Zusammen!

Inzwischen ist so einiges passiert.

Ich fange mal der Reihenfolge an zu erzählen:

Wir hatten einen Termin bei der Psychologin, da mein Großer wieder so arge Probleme mit dem Schlafen hatte, trotz der Melatonineinnahme, und dann auch noch anfing sich Nachts selbstständig zu machen. Hinzu kamen tägliche Overloads, welche dazu führten, dass mein Großer entweder total aufgedreht und aggressiv wurde oder er einfach total platt war und gar nichts mehr machen konnte.

Wie man sich denken kann, führte dieser Umstand zu Schulstress und Streit in der Familie. Die Situation wurden immer angespannter.

Ein zusätzliches Problem war der einzige Freund meines Großen. Es war zwar total lieb und unterstützend, dass er ihn morgens abholte und sie zusammen zum Bus gingen, doch führte das einmal die Woche schon morgens zum absoluten Meltdown. Leider hatte er nicht verstanden, dass mein Großer einmal die Woche zur zweiten Stunden in die Schule muss und kam trotzdem früh. Auch die Bitte an die Mutter, sie möge ihn daran erinnern, trug keine Früchte. Erst als ich etwas deutlicher werden musste, was ich nicht gerne mache.

Denn immer wenn der Freund an diesen Tagen klingelte, versuchte ich es zwar zu vertuschen, aber es gelang nicht immer.

Wenn mein Großer es mitbekam, raste er durch das Haus. Einen Geräuschpegel hinter sich herziehend, der vermuten ließ, dass gleich das Haus in Schutt und Asche liegen würde. In dieser Phase kam man auch nicht an ihn heran. Er war in Panik den Bus zu verpassen und zu spät in der Schule anzukommen. Ich versuchte zwar ihn zu stoppen, doch gelang es meist nicht. Es ging so weit, dass er aus dem Haus rannte und durch das Rennen wieder zu sich kam. Dann kam er auch wieder zurück, doch der Tag war dann gelaufen. Normalerweise war er dann nach der Schule im Shutdown und schlief ein bis zwei Stunden.

Auch wurde mein Großer mit beginnender Pubertät immer gereizter. Ein Wort und Bäm! die Bombe explodierte. An Konzentration war auch nicht mehr zu denken.

All das trug ich vorab schon per Telefon der Psychologin vor und sie merkte schon an, dass es auf eine medikamentöse Behandlung hinaus laufen würde. Da wir wirklich am Limit waren, stimmten wir schon zu, obwohl wir diesen Weg nie gehen wollten. Mein Großer sah dem auch freudig entgegen, denn er versuchte sich mit Unmengen an Dextrose über Wasser zu halten…mit mäßigen Erfolg.

Vorab holte ich einen Aufklärungsbogen aus der Praxis und musste den Großen untersuchen lassen. Darüber berichtete ich euch schon hier.

Am Tag des Termins bekamen wir dann ein Rezept für das Medikament Elvanse 20mg. Ein ADHS-Medikament welches auch bei Autismus eingesetzt wird.

Natürlich hatten sie das Medikament nicht vorrätig in der Apotheke. Erst am nächsten Tag in der Mittagszeit konnte ich es abholen. Das hieß für uns 2 weitere stressige Tage.

Wie es weiter ging, erzähle ich euch das nächste Mal...

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