Autismus, Schule und Medikamente, Teil 2

Endlich kam der Tag, an dem wir das erste Mal das neue Medikament nutzen konnten.

Morgens um 6:30 Uhr nahm mein Großer die Elvanse 20mg Kapsel das erste Mal ein. Während er noch daheim war, war von der Wirkung nichts zu merken. Dann musste er zur Schule.
Ich hatte zwar die Lehrer über den Beginn der Einnahme informiert, doch blieben die Sorgen. Ich machte mir Gedanken, ob die Tablette wirkte, ob er sie verträgt, was passieren könnte, wenn nicht und so weiter.

Rückblickend wäre es vielleicht besser gewesen die Einnahme am Wochenende zu starten, da man ja nicht wusste, wie er reagieren würde.

Ich konnte es gar nicht erwarten, dass er wieder aus der Schule kam.

Endlich war es so weit.

Es kam ein total entspanntes Kind durch die Tür. Der Geräuschpegel stieg nicht um das Zehnfache an, es wurde nicht geschrien oder gestritten.

Mein Großer erzählte voller Freude, dass er sich endlich konzentrieren konnte und wie sich sein Kopf jetzt so sortiert anfühle. Er machte sogar ohne zu murren seine Hausaufgaben und erledigte auch daheim seine sonst so verhassten Aufgaben.

Wir waren sehr erleichtert. Auch der nächste Tag war sehr ruhig und entspannt. Doch dann kam der dritte Tag.

Mein Großer war sehr schläfrig und das aggressive Verhalten schlug wieder durch. Man hatte den Eindruck, dass er das Medikament nicht genommen hätte. Doch dieses war nicht möglich, da er es unter Aufsicht nahm.

An den folgenden Tagen konnte man merken, wie die Wirkung nachließ. Auch hatte mein Großer wieder das Gefühl sich nicht konzentrieren zu können.

Das Chaos begann also von vorn.

Nach zwei Wochen Einnahme sollten wir uns wieder bei der Psychologin melden und dieses tat ich auch….

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