Autismus, Schule, Medikamente, Teil 10

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Endlich konnte ich mit der Psychologin telefonieren. Ich schilderte ihr die Probleme unter 30mg Medikinet und sie wirkte ratlos. Sie meinte, das wir ja jetzt 3 Wirkstoffe ausprobiert hätten und sie den Verdacht habe, dass der Große gar keine Medikamente nehmen wolle.

So ganz richtig ist das so nicht. Er wollte die Medikamente schon gerne nehmen, aber ihn nerven die Nebenwirkungen. Genau so wie uns. Was kann er denn dazu, wenn er sie einfach nicht verträgt. Es ist ja schließlich ein Gift. Das sagte ich ihr auch. Doch offensichtlich hatte sie keine andere Idee mehr.

Nun sollen wir das Medikinet auf 20mg reduzieren, da wir mit dieser Dosierung ja klar kamen. Also hat der Große jetzt eine leicht unterstützende Wirkung bezüglich der Konzentration und hoffentlich keine Nebenwirkungen mehr.

Auch kamen wir auf den Schulbegleiter zu sprechen und sie machte mir keine großen Hoffnungen. Die Begründungslage sei zu “dünn” und sie hätte gerne noch einen Bericht der Schule. Aber den bekommt sie ja. Ich bin wirklich gespannt, was da raus kommen wird.

 

Bei der Begutachten durch den MDK bezüglich des Pflegegrades für den Großen wurden wir darauf hingewiesen, dass wir uns doch einmal im Autismuszentrum vorstellen sollten. Noch nie etwas davon gehört.

Ich fragte unsere Psychologin danach. Ich wollte wissen, worum es sich genau handelt  und ob es überhaupt sinnvoll ist.

Laut ihrer Aussage macht es schon Sinn sich dort vorzustellen. Es ist aber wohl so, dass man bis zu einem Jahr warten muss bis man einen Termin erhält. Nun gut, dass ist ja nicht mehr ganz so ungewöhnlich. Bei der Psychologin warten wir ja auch immer Monate und den ersten bekamen wir auch erst nach 6 Monaten.

Es gibt in dem Zentrum Therapien, wobei mir nicht ganz klar ist, wie die Therapien aussehen sollen. ASS ist ja nichts, was man weg therapiert. Es ist ja u.a. eine Entwicklungsverzögerung und gerade die Autisten, die in die Richtung Asperger gehen, werden sich im Laufe der Jahre Verhaltensweisen aneignen von denen sie glauben, dass sie erwartet werden. Mein Mann sagt immer, dass er in die Rolle schlüpft die notwendig für die Situation ist. Das ist dann natürlich anstrengend und in der Regel endet dieses Rollenspiel in einem Shutdown. Dieses ist auch sehr schön im ersten Teil der Schattenspringer – Reihe dargestellt.

Man könnte viele Autisten daher als Schauspieler bezeichnen, nur das sie nicht dafür bezahlt werden.

Was unsere Psychologin allerdings erwähnte und ich mir vorstellen kann, dass es vielleicht gut für den Großen ist, ist die Information über Gruppentreffen. Damit er andere Autisten in seinem Alter trifft und sich nicht mehr so alleine und anders fühlt.

Ich werde mal schauen, wie lange wir tatsächlich auf einen Platz warten müssen.

Teil 11

 

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