Das Pubertier, Teil 3

Wo ist die Zeit bloß geblieben?

Gestern war mein Großer noch ein süßes kleines Baby. Pflegeleicht, einfach ein Goldstück und dann transformiert es sich quasi über Nacht zu einen waschechten pubertätsgeplagten Teenager.

Plötzlich ist man im Kinderzimmer nicht mehr erwünscht und nur ab und zu geduldet. Teller, Tassen und Besteck verschwinden im Nichts, sobald es das Pubertier in der Hand hatte, wie die Schiffe im Bermuda Dreieck. Droht man dann allerdings mit Konsequenzen, wie z.B. neues Besteck auf Kosten des Pubertiers zu kaufen, kommen plötzlich so viele Dinge in der Küche zum Vorschein, dass man schier erschlagen von der Menge ist und gar nicht wusste, dass man all das besitzt. Gut, das sich die ein oder andere Tasse oder der Teller plötzlich namentlich vorstellt (“Hallo, ich bin der Günther”), damit muss man dann wohl leben. Aber immerhin sind die Sachen zurück.

Von den Pfandflaschen reden wir besser gar nicht. Damit könnte man sicherlich eine komplette Familie für 1-2 Wochen durchfüttern.

Doch dann ist da noch diese körperliche Veränderung. Plötzlich ist da ein Flaum unter der Nase, die Beinhaare sind dunkler, die Gesichtszüge werden härter und der Oberkörper bildet langsam ein Dreieck. Shocking! Gestern brauchte er doch noch Windel und Nuckel..was ist da los?!

Gestern wurden noch Süßigkeiten stibitzt, sogar Mamas Lieblingszeugs aus England. Geschickt von der besten Freundin, verstaut auf dem Wohnzimmerschrank, weil das Kind da ja niemals raufkommen könnte. Tja…denkste Puppe. Ich weiß bis heute nicht, wie er das damals machte, aber der komplette Karton war leer. Unschuldig wurde man dann noch angeblinzelt: “Aber Mama, ich komme da oben doch gar nicht dran.” Ja, so war das. Doch jetzt wird nicht nur Mama um ihre Sachen erleichtert. Nein, nun ist der Papa dran. Plötzlich sucht der Papa nämlich seine Hantelscheiben, seine Hantelstangen. Weg, alles weg. Verschollen im pubertären Bermuda Dreieck.

Wenn man einkaufen geht heißt es plötzlich nicht mehr: “Mama! Bringst du mir Salzstangen mit?!” Oh nein! Jetzt heißt es: “Mama, bringst du mir die Protein Bars mit?”

Der Kumpel wünscht sich plötzlich kein Lego mehr zum Geburtstag. Nein, nun muss es eine Klimmzugstange sein.

Wann ist all das passiert?!

Für mich war er gestern noch mein Baby und nun ist er schon 13. Nicht mehr lange und er geht seine eigenen Wege.

Wie ist das bei euch? Kommt euch das auch so surreal vor oder bekommt ihr alles bewusst mit und habt euch daran gewöhnt?

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