Minecraft – das so oft missverstandene Spiel

Screenshot_2019-08-13 Beitrag bearbeiten ‹ Schokodil — WordPress com

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Kennt ihr das Spiel Minecraft?  Den Namen zumindest hab ihr bestimmt schon einmal gehört.

Minecraft gibt es schon seit 2009, also länger als manche Kinder die es spielen.

Kinder…jetzt hab ich Kinder gesagt. Natürlich spielen nicht nur Kinder Minecraft. Nein, vielmehr durchzieht das Phänomen „Minecraft“ sämtliche Alterstufen. Nicht zuletzt hat das Spiel durch diverse Gaming-Streamer wie z.b. Gronkh so einen Erfolg. Nächte werden da in gemütlicher Runde zusammen verbracht, die Community genießt das Zuschauen in ruhiger Atmosphäre und bespricht Themen die die Welt bewegen…oder auch nicht.

Sicherlich haben alle Eltern schon mindestens eine Anfrage für das Spiel von ihren Sprößlingen bekommen und da teilen sich jetzt die Meinungen. Die einen Eltern erlauben ihren Kind das Spiel zu spielen, die anderen Eltern aber nicht.

Vorurteile grassieren: Das Spiel ist gewalttätig, ein wildes Abschlachten, nicht kinderfreundlich.

Ja, genau so etwas hörte ich auch von der ehemaligen Klassenlehrerin meines Großen, als ich zum Gespräch in die Schule kommen musste. Mein Sohn würde über nichts anderes mehr reden und sie könne nicht verstehen, wie wir es erlauben könnten unseren Kind so ein gewalttätiges Spiel spielen zu lassen.

Bitte, was?!

Nun, hätte ich damals schon die Diagnose Autismus Spektrum Störung für meinen Sohn gehabt, dann hätte ich wahrscheinlich noch besser antworten können. Denn heute weiß ich, dass diese „Besessenheit“ mit ständigen Reden über das Thema ganz typisch für die Autismus Spektrum Störung ist. Wir ASSler Eltern kennen das alle. Den ganzen Tag für Wochen, Monate oder sogar noch länger gibt es nur ein einziges Thema, wenn unseren Sproß etwas fasziniert. Egal ob das Minecraft ist oder die Dinosaurier oder das Weltall…was auch immer. Wir kennen es und wir haben alle schon Blumenkohl an den Ohren.

Unfreiwilligerweise werden wir so auch zu Experten der jeweiligen Themen.

Daher konnte ich der Lehrerin zumindest erklären, dass das Spiel Minecraft ein sehr kreatives Spiel ist mit vielen Möglichkeiten. Man kann durch die Biome reisen, dass sind verschiedene Themengebiete wie z.B. Wüste, Wald, Schneelandschaft oder man bleibt da wo es einem gefällt und baut sich ein Haus, fängt an Essen anzubauen, betreibt eine Farm mit Schweine, Rinder, Schafen und Hühner und/oder baut Minen, wie der Name schon sagt. Diese Minen kann man auch zu richtigen Stollen ausbauen, sogar mit Lore. Ganz einfach könnte man auch verschiedene Orte mit so einer Lore verbinden, um sie schneller zu erreichen. Das ist vorallem wichtig ist, wenn man mit mehreren Spielern unterwegs ist. Das Spiel kann nämlich nicht nur alleine gespielt werden, sondern auch mit anderen Spielern, entweder im LAN oder auf einen Server. Der Server kann entweder gemietet werden oder man geht auf einen öffentlichen Server. Letzteres ist im Zeichen der Cyberkriminalität nicht zuempfehlen.

Nach aktuellen Informationsstand gibt es in Deutschland einen „Kinder“-Server, wo Eltern ein Auge mit drauf haben, zu bestimmten Uhrzeiten. Aber wie sicher dieser Server wirklich ist, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Natürlich gibt es auch Monster wie Spinnen, Zombies und Skelette in Minecraft, wenn es Nacht wird oder es gewittert. Diese Monster sehen allerdings eher niedlich aus und tötet man sie, spritzt kein Blut. Viel mehr sieht man kleine Wölkchen, dann ist das Monster weg und hinterlässt Erfahrungspunkte (EPs) und Gegenstände (Items). Also alles sehr niedlich gehalten.

Möchte man überhaupt keinen Monstern begegnen, gibt es die Option, dass man auf „Friedlich“ (peaceful) stellen kann und schon hat man seine Ruhe.

Zudem wird das Spiel von sehr beruhigenden Melodien begleitet.

All diese Faktoren (reizarm, beruhigend, kreativ, niedlich) machen das Spiel gerade für Autisten so interessant. Denn wie ich mitbekommen habe, spielen auch viele Autisten dieses Spiel sehr gerne.

Probieren Sie es doch einfach mal aus, wenn Sie immer noch nicht überzeugt sind.

Ein weiterer Aspekt ist, dass man Minecraft traditionell auf Englisch spielt und hat somit noch den Vorzug, das englische Wörter gelernt werden. Plötzlich macht Englisch lernen Spaß. Natürlich können Sie auch in ihrer bevorzugten Sprache spielen, es wäre nur ein Pluspunkt gewesen.

All das erklärte ich auch der ehemaligen Klassenlehrerin von meinem Großen..naja..bis auf die für Autisten wichtigen Aspekte.

Allerdings gab ich ihr einen Link zu einen YouTube – Video. Natürlich kein rein zufälliges Video, sondern gezielt ein Minecraft – Video, produziert von einen guten Freund, welcher in diesen Video mit meinen älteren Sohn spielt. Dem Autisten.

Alles total friedlich und schön anzusehen, wie der Große versucht dem SausageFingers (Künstlername / Kanal: SausageFingers Gaming) Dinge im Spiel zu erklären. Das Video ist zwar schon ein paar Jahre alt, aber nicht weniger interessant.

Tatsächlich hat sich die Lehrerin das Video angesehen, ihre Meinung über Minecraft geändert und das Video sogar im Englischunterricht der ganzen Klasse vorgeführt.
Mein Großer war sehr stolz an diesem Tag.

Wie ihr seht, bringt Minecraft sogar Menschen zusammen und vermark auch Meinungen zu ändern.

Ich, persönlich, kann Minecraft nur empfehlen und spiele es selber hin und wieder mal gerne.

 

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2 Kommentare

  1. Danke dir für diese Zusammenfassung….darf ich die verwenden? Immer wieder werde ich damit konfrontiert das Menschen minecraft und WOW verwechseln…..unser autistischer Sohn hat dadurch einen tollen Kontakt gefunden und übernachtet !! Bei einem Freund um gemeinsam zu spielen…. vor einem Jahr wäre das nicht denkbar gewesen…..

    • Hallo Silke!

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