Plötzlich ist der Hund „in“

Vor einem Jahr oder etwas länger, äußerte ich mich auf eine Frage einer besorgten Mutter in einer Autismus-Gruppe.

Es ging darum, dass sie ihrem Kind Medikamente geben sollte, war skeptisch und fragte nach Erfahrungen.

Leider erdreistete ich mich darauf zu antworten und dann noch mit einer eventuellen Alternative. Denn mir fiel unser Nachbar wieder ein, welcher ADHS hatte und Medikamente bekommen sollte. Die Eltern waren nicht begeistert und kauften stattdessen einen Hund.

Mit diesen Hund war er jeden Tag unterwegs. Man konnte zuschauen, wie sie zusammen wuchsen und der Junge ausgeglichener wurde.

Hätten wir momentan die Möglichkeiten und mein Großer nicht solche Angst vor Hunden, hätten wir auch schon längst einen.

Doch diese Antwort wollte keiner hören:
Sie hätten Hunde, dann wären das wohl die falschen Hunde.“
„Das Kind ist jeden Tag draußen.“
„Wenn ein Hund und die Natur reichen würde, dann wären ja sämtliche Therapien überflüssig, die Medikamente ebenso, etc, etc.“

„Wie ich mich erdreisten konnte so etwas zu antworten. Ich würde in einer Traumwelt leben.“

Hm..ok…

Dann frage ich mich, warum es so viele Tiergestützten Therapien gibt?

Tatsächlich lese ich seit einigen Monaten immer wieder etwas über Assistenzhunde für Autisten. Hunde, die den Autisten z.b. aus dem Overload holen können.

Alle sind sehr interessiert und hätten auch gerne einen Assistenzhund. Doch der ist in Deutschland selber zu zahlen und weil der Betrag für die Ausbildung des Hundes fünfstellig ist, kaufen sich viele einfach so einen Hund und stellen fest, dass ihr Kind viel ausgeglichener ist.

Hm, was war denn jetzt los? Gestern werde ich noch zum Teufel gejagt und heute ist es die Erlösung? Was geht denn da bitte falsch in den Köpfen?

Vielleicht hätte ich meine Antwort in Form eines Zeitungsartikels schreiben müssen, dann wäre ich wohl nicht so angegangen worden.

Interessant wie schnell sich der Wind dreht…

Das Titelbild wurde von Helena Sushitskaya auf Pixabay zur Verfügung gestellt.

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