Der Sondersprechtag in der Schule

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Nun war ich zu einen gesonderten Gespräch mit dem Großen bei der Klassenlehrerin.

Denn wie ich ja schon erzählt hatte, wollte ich gerne wissen, was den Nachteilsausgleich umfasst, da ich dahingehend nicht aufgeklärt wurde und der Große bei der Zensurenvergabe mehrfach aufgefordert wurde sich mehr mündlich zubeteiligen.

Da ich gerne wollte, dass der Große bei dem Gespräch dabei ist, weil es ja um ihn geht, bat ich also um ein Gespräch. Dieses kam der Klassenlehrerin sehr entgegen, denn sie wollte mit mir auch noch wegen der Klassenfahrt etwas besprechen. Schon zu diesen Zeitpunkt wusste ich was kommen wird und fragte vorab per Email danach. Meine Frage wurde per Mail nicht beantwortet, was schon Antwort genug war.

Nun gut, dann gehen wir mal hin und schauen, was uns erwartet.

Pünktlich standen wir vor dem Klassenraum, wo uns die Lehrerin bereits erwartete.

Das erste Thema, welches wir besprachen, war der Punkt Nachteilsausgleich.

Sie erklärte mir, dass seine schriftlichen Leistungen mehr wiegen als die mündliche Mitarbeit, doch wäre es jedem Lehrer selber überlassen inwieweit er den Nachteilsausgleich anwendet.

Hm, ok. Aber ob das so gut ist, wenn es keine Richtlinie gibt?

Darüber hinaus erklärte sie mir, dass der Große oft nicht mitarbeitet, seine Hausaufgaben nicht hat und Anweisungen nicht befolgt.

Ich erklärte ihr, dass er hin und wieder die Anweisungen anders braucht und das er beim schreiben Probleme hat bezüglich der Motorik. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich nicht gefragt habe, ob er evtl mit einen kleinen Notebook oder ähnliches arbeiten könnte, da ihm tippen leichter fällt. Ich werde mich da mal erkundigen.

Dann ist ihr aufgefallen, dass er aufgeregt hin und her läuft, wenn er etwas vortragen muss. Da hätte sie aber nichts zu gesagt, sondern ihn gelassen.
Ja, richtig. Wenn er aufgeregt ist, läuft er hin und her. Sollte sie eigentlich mittlerweile wissen, da ich ihr schon so viele Informationen zu meinen Sohn und zum Autismus allgemein zukommen lassen habe. Ich habe ihr sogar das Buch „Paul, mittendrin und doch allein“ geschenkt und Kommentare zu den Absätzen geschrieben, die bei uns irgendwie zutreffen.

Jedenfalls lief das Gespräch wieder in die Schiene, welche ich bereits aus der Grundschule kannte und die meisten betroffenen Eltern von uns kennen. „Ihr Kind macht dies nicht, ihr Kind macht das nicht, wenn ihr Kind nicht, dann…“ Ihr wisst schon. Das was wir immer hören.

Das mit den Hausaufgaben war ja auch bekannt und wir hatten abgemacht, dass er das Abgeschriebene vorzeigen muss und abgezeichnet wird. Das wurde aber leider wieder nicht gemacht. Wenn ich das Hausaufgabenheft dann leer vorfinde, dann weiß ich auch nicht was gemacht werden muss.

Ebenfalls bat ich um sofortige Rückmeldung, wenn es Probleme gibt. Das lief aber auch nicht.

Als Mutter steht man dann hilflos daneben.

Ich sprach die Sache mit dem Schulbegleiter an. Dem Jugendamt fehlen noch Unterlagen und deshalb müssen wir nun neue Tests machen beim Psychologen, weil die frischen Tests zur Antragsstellung nun schon wieder zu alt sind. Den ersten Termin, aber zur Kontrolle, haben wir erst im Oktober.

Tja und welche Unterlagen fehlen? Die der Klassenlehrerin. Das teilte sie mir im Gespräch mit. Sie wäre noch nicht dazu gekommen. Sagt aber im selben Atemzug, wie dringend der Schulbegleiter ist.

Ja, also zaubern kann ich auch nicht.

Dann Thema Klassenfahrt. Natürlich kam, was kommen musste. Der Große darf nicht mit.

Das ist der Klassenlehrerin zu risikoreich, da es die Vorfälle mit der Ideenexpo und im Unterricht gab.

Im Unterricht hatte er wohl auf ihr drängen zur  Mitarbeit und nicht zuhören der Lehrerin zwei Overloads. Das hatte er mir allerdings vorher nicht erzählt.

Auf der Klassenfahrt in der Grundschule ging alles gut, aber davon wollte sie nichts hören. Sie sah sich mit zwei Lehrern und 30 Schülern der Situation nicht gewachsen, zumal die Fahrt auf eine Insel geht und ich als Mutter nicht kurzfristig zur Stelle sein kann. Leider habe ich auch keine Möglichkeit mir dort ein Zimmer mit dem Kleinen zu nehmen, was aber wahrscheinlich auch sehr peinlich für den Großen wäre.

Natürlich kann ich sie auch verstehen, aber eben auch meinen Großen.

Das Wochenende war damit gelaufen. Zum Glück wurde er aber noch am selben Tag zur Übernachtung bei seinen besten Freund eingeladen, was den Schmerz, die Wut und die Enttäuschung etwas linderte.

Ich bat darum, dass er Aufgaben für daheim bekommt und die Woche freigestellt wird. Denn ich sehe ihn nicht in einer anderen Klasse, da er sich jetzt schon vehement weigert. Mal schauen, was da noch kommt.

Auf meine Frage, ob er nun generell von Klassenfahrten ausgeschlossen wird, sagte sie „Nein, nur diesmal kann er nicht mit.

Hmhm, daher läuft der Hase.

Alle 2 Jahre wir der Klassenlehrer gewechselt. Ergo: Die nächsten Fahrten unterstehen nicht ihrer Aufsichtspflicht.

Was mich zusätzlich ärgert ist, dass ich mir den Elternabend den Tag davor hätte sparen können. Da saß ich nun fast 3 Stunden um mit an der Klassenfahrtplanung teilzunehmen, obwohl mein Mann Nachtschicht hatte und im Anschluss sofort los musste und der Kleine ohne mich nicht einschlafen wollte. Das hätte ich mir wirklich sparen können.

Darüber hinaus erklärte ich der Lehrerin, dass er u.a. wohl nicht wirklich am Unterricht teilnimmt, weil er es wohl auch gerade auskostet Freunde zu haben. Das ist natürlich keine Entschuldigung, aber ein weiterer Grund seines Verhaltens. Auf zwei Sachen konzentrieren ist halt nicht so einfach.

Ich bin ja froh, dass er endlich Anschluss gefunden hat, nur darf er jetzt nicht schludern. Er möchte ja gerne auf dem Gymnasium und in seiner Klasse beleiben, doch sehe ich bei seiner jetzigen Leistung schwarz.

Seine Begründung: „Nein, ich bin nicht überfordert. Ich habe nur keine Lust.“

Hm, ob das so stimmt….

Zumindest scheint der Traum mit der neuen Schule schon ausgeträumt. Was so schön began, scheint sich in einen erneuten Albtraum zu wandeln.

 

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Das Beitragsbild wurde von Wokandapix auf Pixabay zur Verfügung gestellt.

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