Pädaudiologie – wir sind mal wieder da.

Jetzt musste ich auch mit dem Kleinen zum Pädaudiologen.

Da war ich vor Jahren schon mit dem Großen und wusste also ungefähr, was uns erwarten würde.

Wir sollten vom Kinderarzt aus dahin, weil der Kleine bei der U7 noch nicht sprach bzw nur sehr wenige Wörter. Er kommuniziert eher mit Lauten und Gestik.

Ich hatte zwar angemerkt, dass er offensichtlich alles versteht, doch wollte sich der Kinderarzt darauf nicht einlassen. Denn schon im Krankenhaus nach der Geburt wurde festegestellt, dass er auf dem linken Ohr nichts hört. Da sollte ich bereits in die Fachklinik und es dort nochmal testen lassen.

Das habe ich aber nicht gemacht.

Wieso?

Ganz einfach. Der Kleine musste kurzfristig per Kaiserschnitt geholt werden. Das heißt, dass er die Flüssigkeiten gar nicht alle los wird, wie bei einer sponaten Geburt. Da müsste er sich ja durch den Geburtskanal quetschen. So, nun hatte er auch noch ein Knickeohr. Das dort also noch was im Ohr sein konnte, war daher sehr wahrscheinlich.

Zudem kam noch, dass auch beim Großen damals festgestellt wurde, dass er auf dem einen Ohr nichts hört. Natürlich war ich da mit ihm zu zig weiteren Test, auch später noch mehrfach beim HNO. Doch es war immer alles ok.

Mein Bauchgefühl sagte mir einfach, dass es unnötig war.

Eigentlich wollte ich auch nicht zum Pädaudiologen. 2,5 Std für nichts da sitzen und Untersuchungen machen lassen. Nein, dass wollte ich dem Kleinen eigentlich nicht zumuten. Doch des lieben Friedens Willen, bin ich hingefahren.

Im Wartezimmer hatte er auch keine Berührungsängste und versuchte gleich mit den Kindern zu spielen. Leider gestaltete sich das nicht ganz so einfach, da die Kinder irritiert und verängstigt reagierten. Ich denke, es lag an der beidseitig fehlenden Kommunikationsfähigkeit. Er gab aber nicht auf und schaffte es tatsächlich, dass ein Mädchen doch noch mit ihm spielte.

In dieser Hinsicht scheint er keinerlei Probleme zu haben. Ein schönes Gefühl.

Als wir aufgerufen wurden, kamen wir in einen großen Raum. Es wurde erst ein Test durchgeführt, ähnlich dem im Krankenhaus. Stöpsel ins Ohr und messen.

Danach musste er vor Monitoren und Lautsprechern sitzen. Dort reagierte er zwar auf visuelle Reize und auch auf die Töne, doch war er schon unruhig und wollte flüchten. So langsam war es auch seine Schlafenszeit und er wurde grantig.

Da die Tests nicht so gut ausfielen, wollte die Ärztin noch die Töne via Gehirnströme messen.

Sich die Pads aufkleben zulassen war schon grenzwertig, auch das Verkabeln. Doch bei den Kopfhörern war Schluss. Das wollte er nicht und weinte. Nicht sein gestellte weinen. Nein, es kullerten echte Tränen.

Er sollte mit einer DVD abgelenkt werden. Es interessierte ihn nicht.

Die Ärztin fragte, ob ich ein Handy hätte. Ich sagte zwar „ja„, aber auch gleich, dass ihn das wohl eher nicht interessieren wird. Trotzdem kam ich ihrer Bitte nach. Ich hielt ihm das Handy unter die Nase und fragte: „Möchtest du damit spielen?“ Die Ärmchen verschränkten sich vorm Oberkörper und während er grantig „“ sagte, ging das Köpfchen trotzig nach unten.

Die Ärztin wirkte sichtlich überrascht und stellte fest, dass er wohl schon genau wisse was er wollen würde.
Oh ja, dass weiß er sehr genau.

Nun bekam ich zwei Optionen. Entweder wir legen ihn jetzt schlafen mit Hilfe von ein wenig Melantonin oder wir brauchen einen Termin, wo er dann in Narkose gelegt werden muss. Bitte WAS?! Nee, Narkose wegen 5 Minuten Hörtest? No way!

Also bekam er ein bischen Melantonin in seine Milch. Er trank nur eine kleine Menge davon. Da er aber schon so sehr müde war, half diese geringe Menge schon ihn so ruhig zubekommen, dass er in der ungewohnten Umgebung einschlief. Aber gerade nur so lange, dass wir den Test gut machen konnten.

Tja, was soll ich sagen…. Es war so unnötig.

Er hört sehr gut und spricht nur einfach noch nicht.

Natürlich haben wir gleich ein Rezept für den Logopäden mitbekommen. Förderung der Sprachentwicklung.

Ähm, nö!

Er ist gerade so 2 Jahre alt. Er fängt seit ein paar Tagen an, die wenigen Wörter klarer zu sprechen. Er moduliert mittlerweile seine Laute. Wir reden alle den ganzen Tag mit ihm und benennen die Gegenstände und ähnliches sehr genau.

Der Logopäde wird auch nichts anderes machen, als ihm was zeigen und die Benennung dafür mehrfach wiederholen.

Nein, tut mir leid. Das sehe ich nicht. Man kann auch unnötig therapieren. Wir stressen uns jetzt nicht zusätzlich mit etwas, was sich von alleine regeln wird.

Der Kinderarzt hat nun sein Ergebnis und ich weiß aus Erfahrung, dass nicht alles notwendig ist. Beim Großen wurde auch so viel therapiert, was gar nicht nötig gewesen wäre. Aber beim ersten Kind lässt man sich ja viel erzählen.

Ich werde euch berichten, ob er nun redet und wann.

Das Titelbild wurde von tung256 auf Pixabay zur Verfügung gestellt.

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